Gabriella Rosenthal und die drusische Kultur. Oder: Was es mit dem Esel auf sich hat.

Die Wahl eines Leitbilds für die Ausstellung „Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen“ ist uns nicht leicht gefallen. Warum also ist es gerade diese Zeichnung geworden? Sicher, der niedliche Esel wäre schon Grund genug sich für dieses Bild als Leitmotiv zu entscheiden. Aber ein bisschen mehr steckt doch noch dahinter.
Gabriella Rosenthal, Esther-Rolle, Verlag E.J. Herzfelder, Ansicht in der Ausstellung im Jüdischen Museum München, © S. Zolschein, Tel Aviv, 1951.

Die Frage der Religion: Gabriella Rosenthals Megillat Esther

Eine der längeren Vitrinen in der Sonderausstellung „Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen“ präsentiert die 1951 von Gabriella Rosenthal illustrierte Esther-Rolle. Doch was hat es damit auf sich?
Gabriella Rosenthal: Kleines Jerusalemer Kaleidoskop, Heft, fadengebunden, 32 Seiten, 29 Zeichnungen, Tinte, Wasserfarben. Hier abgebildet: S. 1. © privat

Ein vielfältiger Anblick: Gabriella Rosenthals „Kleines Jerusalemer Kaleidoskop“

Im letzten Blogbeitrag zu unserer aktuellen Wechselausstellung haben wir die Biographie der Künstlerin Gabriella Rosenthal vorgestellt: Ein ereignisreiches Leben, das sie mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in Kontakt gebracht hat. Sie war immer eine sehr aufmerksame Beobachterin. Einen Einblick bietet ihr „Kleines Jerusalemer Kaleidoskop“.
Gabriella Rosenthal, um 1930. © privat

Die vielen Gesichter der Gabriella Rosenthal

Tochter des bekannten Antiquars Erwin Rosenthal, Emigrantin, Ehefrau, Mutter, Exfrau, Künstlerin zwischen Alltag und Politik, Soldatin, Lehrerin und Autorin – ihr ereignisreiches Leben hat Gabriella Rosenthal viele Rollen zugeschrieben. Anlässlich der Ausstellung „Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen“ wollen wir ihr Leben in aller Kürze vorstellen.
Gabriella Rosenthal: © privat

Von der Isar nach Jerusalem. Künstlerische Welt- und Zeitreise mit Gabriella Rosenthal.

Anlässlich des Internationalen Museumstags digital, unter dem Hashtag #MuseenEntdecken, am 17. Mai 2020 laden wir zu einem kreativen Wettbewerb ein! Auf diese Weise folgen wir der Künstlerin Gabriella Rosenthal, die wir in unserer derzeitigen Ausstellung vorstellen, und tun mit ihr das, was zur Zeit nicht möglich ist: Auf Reisen gehen. Zumindest imaginär… Und zu gewinnen gibt es auch etwas!

Rückblick und gleichzeitig Vorschau: Die Kunstsammlung der Familie Rosenthal

Knapp ein Jahr lang haben wir in der Ausstellung „Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen“ die Künstlerin und ihre Arbeit vorgestellt. Tatsächlich zugänglich war sie pandemiebedingt leider nur einige Wochen. Nun endet die Laufzeit der Ausstellung. Zum Abschluss möchten wir nochmal einen Blick auf den Anfang, die Familie Gabriella Rosenthals, und die Zukunft, die weitere Beschäftigung mit den Rosenthals, werfen.

Ein Stacheldrahtzaun in Jerusalem

Ende 1946 wurde in der Palestine Post die Zeichnung „Ein schmaler Grat“ von Gabriella Rosenthal veröffentlicht. Zu sehen ist eine bunte Menschenmenge, die von einem Stacheldrahtzaun begrenzt wird. Für zeitgenössische Leser_innen war dieser Zaun das Zeichen dafür, dass sich diese Szene in „Bevingrad“ abspielt. Worum es sich dabei handelt, erklären wir in diesem Beitrag.
Gabriella Rosenthal: Skizze eines bayerischen Idylls, Datum unbekannt. Foto: © Franz Kimmel

#FemaleHeritage: Zwei Künstlerinnen von der Isar

Einer einzigen Frau ist die derzeitige Wechselausstellung im Jüdischen Museum München gewidmet: „Von der Isar nach Jerusalem“ zeigt Zeichnungen von Gabriella Rosenthal (1913-1975). Doch Gabriella Rosenthal lebte und arbeitete nicht isoliert, sondern war mit anderen Personen vernetzt. Daher nutzen wir die Blogparade „Frauen und Erinnerungskultur – #femaleheritage“ um nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Freundin Marie Luise Kohn (1904-1941) vorzustellen.
Ausschnitt aus: Gabriella Rosenthal, Ein schmaler Grat, Federzeichnung, Wasserfarben, veröffentlicht in: The Palestine Post, „Palestine People“, 15.11.1946; © privat

Von einem Passierschein für einen Elefanten und anderen Skurrilitäten

Die besten Geschichten schreibt bekanntlich immer noch das Leben. Und Gabriella Rosenthal hat diese Geschichten zeichnerisch festgehalten. Besonders bekannt geworden ist sie dabei mit ihrer Serie „Palestine People“, in der sie wöchentlich Zeichnungen für die Palestine Post veröffentlicht hat.
Gabriella Rosenthal: Ein fairer Tausch, Federzeichnung, veröffentlicht in: Palestine Post, „Palestine People“, 18.10.1946. © privat

Von der Isar nach Jerusalem – Ein Spagat zwischen den Kulturen

Ihre Zeichnungen machen es deutlich: Gabriella Rosenthal konnte sich für Menschen begeistern – unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion. Und so wandelte Gabriella Rosenthal Zeit ihres Lebens mit scheinbarer Leichtigkeit unter Menschen verschiedenster Herkunft und überschritt dabei ständig vermeintliche Grenzen. Ein Vorbild modern gelebter Diversität!
Einblick in die Wechselausstellung, © Franz Kimmel

Aus dem Homeoffice (1) – Hätte, könnte, wäre… Ist aber nicht. – Kommt aber noch!

Vor knapp zwei Wochen, am 17.03.2020, hätte unsere neue Wechselausstellung „Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen“ eröffnet werden sollen. Stattdessen wurde ein paar Tage vorher das Jüdische Museum München geschlossen, um die Ausbreitung des Corona-Virus im öffentlichen Raum einzudämmen. Was bedeutet das nun für die Ausstellung?

#danachdenken – Wie verändert Corona die Museumswelt?

Im Laufe des letzten Monats haben sich Mitarbeiter*innen Jüdischer Museen Gedanken darüber gemacht, wie ihre Arbeit nach Wiedereröffnung der Museen aussehen wird: Welche Veränderungen und Herausforderungen erwarten uns? Um eben diese Fragen nicht nur intern zu behandeln, sondern auch für Besucher*innen transparent zu machen, haben wir uns entschlossen, unsere Gedanken auf unseren Social Media Kanälen zu teilen. 
Schloss Nymphenburg, südlicher Pavillon, Schönheitengalerie (R.15), Zustand 2019 vor der Renovierung © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

Wann ist ein Mensch schön?

Du willst wissen, was es mit der Frage und König Ludwig auf sich hat, kannst aber noch nicht so gut lesen? Kein Problem. Anna und Paulus lesen dir den Text hier vor.

König Ludwig I. von Bayern hatte eine schnelle Antwort auf die Frage: Wann ist ein Mensch schön? Frauen sind schön. Aber jung müssen sie sein. Und schlank. Und vielleicht ein bisschen exotisch. Da es in den Zeiten von König Ludwig noch keine Fotos gab, hat er die Frauen, die ihm am besten gefielen, von seinem Hofmaler malen lassen. Diese Bilder hängen heute in der sogenannten „Schönheitengalerie“ im Schloss Nymphenburg in München.