20 Jahre Synagoge am Sankt-Jakobs-Platz: Gratulation an unsere Nachbarn

Am 9. November 2026 feiert die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) das 20-jährige Bestehen der Synagoge Ohel Jakob. Das Jüdische Museum München gratuliert zu diesem wichtigen Meilenstein.
Jüdisches Zentrum am Jakobsplatz mit Synagoge Ohel Jakob, Jüdischem Museum und Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz in der Dämmerung
Jüdisches Zentrum am Jakobsplatz mit Synagoge Ohel Jakob, Jüdischem Museum und Gemeindezentrum, Wandel Hoefer Lorch Architekten, Foto: Martin Foddanu,

Seit nunmehr zwei Jahrzehnten prägt das Bauwerk als Teil des jüdischen Zentrums das städtische Leben im Herzen der Altstadt und markiert jüdische Geschichte und Kultur als Teil der Münchner Stadtgesellschaft.

Die Wahl des Termins für die Eröffnung am 9. November 2006 hat eine hohe symbolische Relevanz. Das Datum erinnert an die nationalsozialistischen Novemberpogrome in der Nacht von 9. auf 10. November 1938. Unzählige Synagogen, Friedhöfe und andere jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland wurden verwüstet und niedergebrannt, Menschen wurden verhaftet, gedemütigt und ermordet. Die Einweihung der Synagoge Ohel Jakob („das Zelt Jakobs“) sollte ein bewusstes Zeichen dafür setzen, dass die jüdische Gemeinde in München wieder ein fester Bestandteil der Stadtgesellschaft war und auch heute noch ist.

Das Jubiläum der Synagoge ist untrennbar mit der Entstehung des gesamten Areals verbunden. Die Saarbrücker Architekten Wandel Hoefer Lorch konzipierten das jüdische Zentrum am Sankt-Jakobs-Platz aus drei autonomen Baukörpern: die Synagoge, das Gemeindezentrum und das Jüdische Museum München. Die freistehenden Kuben aus Travertin-Stein der Schwäbischen Alb korrespondieren miteinander durch ihre Formensprache sowie bemerkenswerte Blickachsen und strukturieren den Jakobsplatz mit öffentlichen Passagen zwischen den drei Gebäuden.

Synagoge Ohel Jakob und Jüdisches Museum München
Synagoge Ohel Jakob und Jüdisches Museum München, Foto: Daniel Schvarcz

Damals wurde auf dem Sankt-Jakobs-Platz ein Fundament geschaffen: Die enge architektonische Verflechtung der Gebäude fungierte als Impuls für eine lebendige Nachbarschaft, die heute, nach zwanzig Jahren, nichts von ihrer Stabilität und Relevanz verloren hat, und als Symbol für Vielfältigkeit und offenen Dialog steht, und besonders in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung einen sicheren Raum für Diskurse bietet.

Das Team des Jüdischen Museums München gratuliert ganz herzlich und wünscht sich, dass der Sankt-Jakobs-Platz auch in Zukunft ein lebendiger Raum der Begegnungen und des Dialogs für alle bleibt.

20 Jahre Neue Hauptsynagoge München im BR

Zum Festakt am 9. November 2026 sind Repräsentant*innen aus Politik und Gesellschaft eingeladen, dieses Jubiläum feierlich zu begehen. Aufgrund der überregionalen Bedeutung dieses Ereignisses überträgt der Bayerische Rundfunk die Feierlichkeiten ab 16:00 Uhr live.

Synagoge Ohel Jakob zur Blauen Stunde, Foto: Martin Foddanu