Portraitfoto Ruth Zeifert vor neutralem Hintergrund

„Als ich angefangen habe, gab es nur Nicht-Juden“

Menschen mit einem jüdischen Vater und einer nicht-jüdischen Mutter sind laut der Halacha keine Jüdinnen und Juden. Und dennoch sind sie Teil jüdischer Familien, sie gestalten jüdische Kultur und erleben Antisemitismus. Soziologin Dr. Ruth Zeifert hat für diese Gruppe den Begriff „Vaterjuden“ mit geprägt und setzt sich für deren Sichtbarkeit und Anerkennung ein. Wir haben mit ihr über ihr Buch „Väter unser… Vaterjüdische Geschichten“ gesprochen.
Schwarzweiß Portraitfoto Amitzur Shapira in weißem Hemd

Zwölf Monate – Zwölf Namen: Amitzur Shapira

Der Trainer und vierfache Vater Amitzur Shapira ist 1972 Mitglied der israelischen Delegation bei den Olympischen Spielen in München. Er und zehn seiner Kollegen sowie ein bayerischer Polizist werden von Attentätern des „Schwarzen September“ getötet. 50 Jahre danach gedenken wir unter dem Titel „Zwölf Monate – Zwölf Namen“ jeden Monat einem der Opfer. Im Juli widmen wir Amitzur Shapira eine Installation an der Museumsfassade des Jüdischen Museums München.
Roll-Ups in der Ausstellung mit einem hebräischsprachigen Plakat und Text zum Thema "Sprache und Identität"

«Heidis» Erfolg in Israel

Auf der ganzen Welt wird «Heidi» gelesen. Leserinnen und Leser aus verschiedenen Kulturen und Generationen entdecken den berühmten Stoff für sich und bauen ihre ganz eigene Beziehung zur Romanfigur auf. So auch in Israel. Doch wieso genau dieses Buch? Warum ist eine Geschichte über ein Mädchen in den Schweizer Bergen dort bis heute so beliebt? Wir reisen in die Zeit zurück, in der die erste Übersetzung ins Hebräische entstand.
Romano stemmt ein Gewicht in die Höhe. Im Hintergrund sind Israelflaggen.

Zwölf Monate – Zwölf Namen: Yossef Romano

Der Gewichtheber und dreifache Vater Yossef Romano ist 1972 Mitglied der israelischen Delegation bei den Olympischen Spielen in München. Beim Attentat eines palästinensisches Terrorkommando sterben elf ihrer Mitglieder und ein bayerischer Polizist. 50 Jahre danach gedenken wir unter dem Titel „Zwölf Monate – Zwölf Namen“ jeden Monat einem Opfer. Im Juni widmen der Eichenauer Sportverein und der Historische Verein Fürstenfeldbruck e.V. Yossef Romano ein Gedächtnis-Turnier.
Strohhut mit Blumenstickerei in Ausstellungsvitrine

Anleitung gegen Heimweh

In unserem Tutorial beschäftigen wir uns mit Heimweh und der Frage, was wir dagegen unternehmen können. Wir schauen auch nach Israel und erfahren, warum dort viele Kinder die Geschichte von dem Schweizer Waisenmädchen Heidi besonders mochten.
Mehrere alte Silberobjekte vor neutralem Hintergrund. Im Deckel der Silberdose ist in rot eine Inventarnummer zu erkennen.

Ein Breslauer Leuchterpaar für das Jüdische Museum München

Seit 2019 recherchiert das Bayerische Nationalmuseum zur Herkunft jener 112 Silberobjekte, die es 1939 vom Städtischen Leihamt München erwarb und die zuvor im Rahmen der „Dritten Anordnung auf Grund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden“ verfolgten jüdischen Bürgerinnen und Bürgern gewaltsam entzogen wurden. Heute wurden zum wiederholten Mal im Rahmen einer kleinen Feier solche Silberobjekte an drei Erbengemeinschaften restituiert.

Zwölf Monate – Zwölf Namen: Eliezer Halfin

Der junge Freistilringer Eliezer Halfin ist 1972 Mitglied der israelischen Delegation bei den Olympischen Spielen in München. Beim Attentat durch ein palästinensisches Terrorkommando sterben elf ihrer Mitglieder und ein bayerischer Polizist. 50 Jahre danach gedenken wir unter dem Titel „Zwölf Monate – Zwölf Namen“, jeden Monat einem Opfer. Im Mai widmet das Landratsamt Fürstenfeldbruck Eliezer Halfin ein Kapitel der Ausstellung „5. September 1972 – Das Ende der Heiteren Spiele von München“.
Zwei Toraaufsätze aus Silber. Das moderne Design erinnert an Granatäpfel.

Wie Tora-Schmuck entsteht

Die meisten Objekte im Museum haben eine lange Geschichte. Anders ist es mit den beiden Rimonim, die die Goldschmiedemeisterin Theresa Tyroller für unsere Sammlung angefertigt hat. Wir haben sie in der Werkstatt besucht und konnten ihr bei der Entstehung dieses besonderen Tora-Schmucks über die Schulter schauen.
Buchcover mit hebräischer Schrift und bunter Illustration: Alpenlandschaft mit Bergen und Sonnenuntergang. Heidi steht im Vordergrund und schaut in Richtung einer Alm mit Holzhütte, drei Tannen und Zaun. Sie hält einen Blumenstrauß und einen Beutel. Sie trägt eine weiß-blau-schwarze Tracht mit roter Schürze und ihr blondes Haar in zwei Zöpfen geflochten.

Heidi, Tochter der Alpen

Heidis Welt sind die Berge ― und diese sind weltweit zum Sehnsuchtsort für unzählige junge Leserinnen und Leser geworden. Mit geschätzten 60 Millionen verkauften Exemplaren und in über 70 Sprachen übersetzt, zählt die Geschichte zu den bekanntesten der Welt und gehört auch in Israel seit über 70 Jahren zum Kanon der Kinderliteratur. Als «Heidi Bat HeHarim» [Heidi, Tochter der Berge] ist das Alpenmädchen dort als Romanfigur, auf der Theaterbühne, in Film und Fernsehen bekannt.
Collage mit vier Objekten: Ein handschriftlicher Zettel, eine Flöte , ein Männerportrait, ein Buch zu Babyn Jar. Mehr dazu im Alternativtext unten.

Mitgebrachte jüdische Dinge aus der Ukraine

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine werden zurzeit Orte angegriffen, die einst Zentren jüdischen Lebens waren. Für viele Münchnerinnen und Münchner sind sie untrennbar mit der eigenen Familiengeschichte verbunden. Wir werfen anhand von vier Objekten aus Odesa und Kyjiw einen Blick auf die jüdische Geschichte dieser Orte.

Das Jüdische Museum München auf Instagram - @juedischesmuseum

Run-ins with liminal spaces in Munich

One way to speak on the abundance of sites in Munich that were once integral parts of Nazi history is likening them to liminal spaces. Liminal spaces are those that exist on a threshold between time and space. A threshold that, depending entirely on the subjectivity of the viewer, is prone to slippage between then versus now, tales versus truth, and familial or socio-cultural memory versus personal experience.
Yossef Gutfreund und Shmuel Rodensky umarmen sich und lachen. Um sie herum stehen drei Männer, die breit lächeln. Alle tragen Anzug, Rodensky ein gemustertes weites Hemd und eine Mütze. Im Hintergrund sind Kulissen zu erkennen.

Zwölf Monate – Zwölf Namen: Yossef Gutfreund

1972 wird der israelische Ringer Yossef Kurt Gutfreund gemeinsam mit zehn weiteren Mitgliedern der israelischen Delegation bei den Olympischen Spielen in München von einem palästinensischen Terrorkommando überfallen. Elf Sportler und ein bayerischer Polizist sterben. 50 Jahre danach gedenken wir unter dem Titel „Zwölf Monate – Zwölf Namen“, jeden Monat einem Opfer. Im April widmen wir Yossef Gutfreund eine Videoinstallation im Deutschen Theater München.
Das Jüdische Museum München ist in einer Außenansicht bei schönem Wetter zu sehen, vorne links zwei Bäume mit frischem Laub.

15 Jahre Jüdisches Museum München

Es war ein langer Weg bis zur Eröffnung des Jüdischen Museums München am St.-Jakobs-Platz. Fast acht Jahrzehnte bemühten sich verschiedene Vereine und Einzelpersonen um ein Museum, das sich der wechselvollen jüdischen Geschichte Münchens widmet. Vor genau 15 Jahren, am 22. März 2007, konnte das Jüdische Museum München feierlich eröffnet werden!
Ze’ev Friedman stemmt ein Gewicht in die Höhe. Im Hintergrund sind mehrere Flaggen aufgestellt, u.a. die Neuseeländische.

Zwölf Monate – Zwölf Namen: Ze’ev Friedman

Unter dem Titel „Zwölf Monate – Zwölf Namen“ stellen wir jeden Monat ein Opfer des Olympia-Attentats von 1972 vor. Im März gedenken wir dem Gewichtheber Ze’ev Friedman.
Er hielt sich nur zufällig in dem überfallenen Zimmer auf dem Olympiagelände auf, um für seinen Mannschaftskollegen Mark Slavin, der erst von Russland nach Israel zugewandert war, ins Hebräische zu übersetzen.

Hochzeitssteine: Ein heute unbekannter Brauch

Blumenkinder, Brautstrauß werfen, Zucker und Honig. Hochzeitsbräuche gibt es wohl in allen Kulturen in großer Anzahl. Doch Bräuche sind von gesellschaftlichen Entwicklungen abhängig, je nach Zeit und Region können sie sich verändern oder verlieren sogar ganz an Bedeutung. Ein Beispiel dafür sind die einst in Süddeutschland verbreiteten Hochzeitssteine.

Zwölf Monate – Zwölf Namen: Anton Fliegerbauer

Unter dem Titel „Zwölf Monate – Zwölf Namen“ stellen wir 2022 jeden Monat ein Opfer des Olympia-Attentates 1972 vor. Im Februar gedenken wir dem Polizisten Anton Fliegerbauer. Aufgewachsen in Niederbayern, lebte er mit Ehefrau Maria und dem gemeinsamen Sohn Alfred in München. Er starb im Dienst als Städtischer Polizeiobermeister Münchens auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck bei dem Versuch die israelischen Geiseln zu befreien.