Yalla: Texte in Leichter Sprache

Wort·erklärungen

1. Stock

Yalla. Arabisch-jüdische Begegnungen

In Nord-Afrika und West-Asien leben seit langer Zeit Juden und Jüdinnen.
Dort leben sie zusammen mit anderen Bevölkerungs-Gruppen. Auch arabischen Menschen.
Ihre gemeinsame Geschichte ist sehr unterschiedlich.
Es ist eine Geschichte von Nähe und Nachbarschaft.
Aber auch eine Geschichte von Ausgrenzung und Gewalt.

Über Jahrhunderte entstanden gemeinsame Sprachen.
Gemeinsame Musik.
Und eine gemeinsame Art zu denken.

Viele Juden und Jüdinnen flohen im 20. Jahrhundert nach Israel.
Dort nennt man sie Misrachim.
Das bedeutet: Jüdinnen und Juden aus arabisch geprägten Ländern.
Also zum Beispiel aus diesen Ländern: Ägypten, Irak, Libanon und Marokko.
In Israel wurde ihre Geschichte lange nicht erzählt.
Erst später wurde sie sichtbarer.

Diese Ausstellung fragt nach dem Selbst-Verständnis von Menschen.
Wer bin ich?
Woher komme ich?
Sie zeigt Kunst von 7 Künstler*innen mit jüdisch-arabischer Herkunft.
Ihre Arbeiten erzählen von:
Erinnerung.
Verlust.
Zugehörigkeit.

Die Ausstellung macht deutlich:
Die Vergangenheit wirkt bis heute.

Es gibt Texte in Leichter Sprache.
Dafür bitte den QR-Code mit dem Handy scannen.

Eliyahu Fatal_/ Eli Petel

Eliyahu Fatal ist Künstler.
Eli Petel ist sein Künstler·name.

Er wurde 1974 in Jerusalem geboren.
Er lebt und arbeitet in Tel Aviv-Jaffa.
Tel Aviv-Jaffa ist eine Stadt in Israel.

Die Familie von Eli Petels Mutter sind sephardische Juden und Jüdinnen.
Die Familien·mitglieder leben jetzt in Hebron und in Jerusalem.

Die Familie von Eli Petels Vater stammt aus dem Irak.
Eli Petel verbindet in seiner Kunst viele verschiedene Formen:
Malerei, Skulptur, Ton, Video und Druck·techniken.

In seiner Kunst beschäftigt sich Eli Petel mit Geschichte.
Mit der Geschichte Israels.

Wie nehmen Menschen aus Europa und Amerika das Land Israel wahr?
Und die Menschen, die dort leben?
Was denken sie über das Leben in Israel?

Dana Flora Levy

Dana Flora Levy wurde in Tel Aviv-Jaffa geboren.
Tel Aviv-Jaffa ist eine Stadt in Israel.

Dana Flora Levy ist Künstlerin und Filme·macherin.
Sie lebt und arbeitet in New York und Tel Aviv-Jaffa.

Dana Flora Levys Lebens·geschichte hat einen starken Einfluss auf ihre Kunst.
Ihre Eltern kommen aus Ägypten und Deutschland.
Sie selbst ist in verschiedenen Ländern aufgewachsen:

  • in den USA
  • in Groß·britannien und
  • in Israel.

In ihrem Leben gibt es also vielen verschiedene Sprachen.
Verschiedenen Kulturen.
Und verschiedene Erinnerungen.
Und alles das ist auch Teil ihrer Kunst.

Dana Flora Levy macht verschiedene Arten von Kunst:

In ihrer Kunst benutzt Dana Flora Levy verschiedene Materialien.
Materialien, die Geschichten erzählen.
Zum Beispiel Briefe, Familien·fotos oder alte Bücher.

Dana Flora Levy beschäftigt sich mit dem Thema Migration.
Mit Hilfe ihrer Kunst untersucht sie:
Wie verändert Migration die Geschichte der Menschen?

Was macht das mit ihnen?

Wo und wie fühlen Menschen, dass sie dazu·gehören?
Man kann auch sagen:
Wo fühlen sie Zugehörigkeit?

Hori Izhaki

Hori Izhaki wurde 1986 in Tel Aviv-Jaffa geboren.
Tel Aviv-Jaffa ist eine Stadt in Israel.
Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Ihre Familie kommt aus Marokko und dem Irak.

Hori Izhaki ist eine multi·disziplinäre Künstlerin.
Das bedeutet:
In ihrer Arbeit mischt sie verschiedene Arten von Kunst.
Zum Beispiel diese:

Die Künstlerin untersucht in ihren Arbeiten:

  • Wie entsteht Identität?
    Also: Wie werden wir zu der Person, die wir sind?
  • Und: Wie erinnern wir uns?

Dabei schaut Hori Izhaki auf 3 Dinge:

  • persönliche Erfahrungen
  • gemeinsame Erinnerungen einer Gruppe
  • gemeinsame Gewohnheiten von Menschen wie Feste oder Regeln

Hori Izhaki zeigt:
Diese Dinge be·einflussen sich gegen·seitig.

Besonders wichtig sind ihr in ihrer Arbeit auch diese Themen:

  • Wie gehen Menschen mit schlimmen Erlebnissen und Verletzungen um?
  • Wie denken und sprechen wir über Körper?

In ihrer Kunst verbindet Hori Izhaki Natur, Technik und Bild·sprache.

2.Stock

Tamir Zadok

Tamir Zadok wurde 1979 in Holon geboren.
Er lebt und arbeitet in Tel Aviv-Jaffa.
Beide Städte liegen in Israel.

Tamir Zadok ist Künstler.
Er macht verschiedene Arten von Kunst:

  • Video
  • Fotos und
  • Installationen

Tamir Zadok stellt Bilder aus den Medien in den Mittel·punkt seiner Kunst.
Also Bilder aus dem Fernsehen.
Aus dem Internet.
Oder aus Zeitungen.

Erzählen diese Bilder die Wahrheit?
Was erzählen sie von wichtigen Ereignissen?
Auf welche Art kommen Menschen über Bilder ins Gespräch?
Wie sprechen sie mit·einander über Politik und über unser Zusammen·leben?

Tamir Zadok ist selbst Fotograf.
Und er untersucht:
Bilden Fotos die Wirklichkeit ab?
Welche Erinnerungen lösen Bilder aus?
Können Bilder ein Beweis sein?
Oder beeinflussen sie uns und unsere Meinung?

Auf vielen der Bilder geht es um Macht.
Wie zeigt sich Macht in Bildern?

Dor Zlehka-Levy

Dor Zlekha-Levy wurde 1990 in Tel Aviv-Jaffa geboren.
Tel Aviv-Jaffa ist eine Stadt in Israel.
Er lebt und arbeitet in Israel.
Er ist ein multi·medialer Künstler.

Multi·medial bedeutet:
Dor Zlekha-Levy macht viele verschiedene Arten von Kunst.
Und er benutzt unterschiedliche Materialen dafür.
Er macht:

  • Klang·installationen
  • Videos
  • Performances

Die Ausstellung YALLA zeigt 3 Arbeiten von Dor Zlekha-Levy.
In diesen Arbeiten geht es um die Geschichte arabischer Juden und Jüdinnen.
Er macht ihre Stimmen hör·bar.
Er erzählt ihre Erinnerungen.
Denn lange wurden ihre Geschichten nicht erzählt.

Joseph Sassoon Semah

Joseph Sassoon Semah wurde 1948 in Bagdad geboren.
Bagdad ist die Haupt·stadt des Iraks.

Joseph Sassoon Semah ist Künstler.
Er ist der Enkel von Rabbiner Sassoon Kadoori.

Rabbiner Sassoon Kadoori war eine wichtige Person im Irak.

Ab 1950 wächst Joseph Sassoon Semah in Israel auf.
Ab Mitte der 1970er-Jahre in London, Berlin und Paris.
Seit 1981 lebt und arbeitet er in Amsterdam.

Joseph Sassoon Semah macht viele verschiedene Arten von Kunst:

  • Zeichnungen
  • Skulpturen
  • Installationen
  • Performances und
  • Texte

Joseph Sassoon Semah stellt die Frage nach der Identität.
Also: Wer bin ich?
Und wie bin ich zu dieser Person geworden?
Welche Rolle spielt meine Heimat in meinem Leben?
Vor allem dann, wenn ich meine Heimat verlassen muss?
Wo fühle ich mich zu Hause?
Wo gehöre ich dazu?
Und welche Erinnerungen sammele ich? Durch seine Kunst will Joseph Sassoon Semah Verborgenes sichtbar machen.

Mona Yahia

Mona Yahia wurde 1954 in Bagdad geboren.
Bagdad ist die Haupt·stadt des Iraks.
1971 kam sie nach Israel.
Sie studierte in Israel und Kassel.

In ihrer Kunst beschäftigt sich Mona Yahia mit diesen Themen:

  • Erinnerung
  • Leben in einem anderen Land
  • Wie erinnert sich Deutschland an die Schoa?

Diese Themen behandelt Mona Yahia auf verschiedene Arten.
Als Künstlerin.
Und als Schriftstellerin.

Im Jahr 2000 hat Mona Yahia ein Buch geschrieben.
Es heißt: Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom.
Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Danach hat Mona Yahia noch mehr Bücher geschrieben.

Mona Yahia lebt und arbeitet in Köln.

Wort·erklärungen

·

Dieses Zeichen nennt man Medio·punkt.
Er trennt lange Wörter.
Zum Beispiel so:
Zusammen·leben.
So kann man lange Wörter besser lesen.
Man liest die Wort·teile einzeln.
Man kann die Wörter so leichter lesen und verstehen.
Beim Lesen hört man den Medio·punkt nicht.

*

Dieses Zeichen ist das Gender·sternchen.
So wollen wir zeigen:
Wir wollen mit unseren Texten alle Menschen ansprechen.
Männer.
Frauen.
Und Menschen, die sagen:
Ich bin kein Mann und keine Frau.
Alle sind gemeint.
So benutzen wir das Gender·sternchen: Besitzer*innen.
Beim Lesen hört man das Gender·sternchen.
Man macht eine kleine Pause im Wort.
So: Besitzer [Pause] innen.

Installationen

Installationen sind Kunst·werke im Raum.
Es gibt ganz viele unterschiedliche Arten von Installationen.
Zum Ansehen.
Zum Anhören.
Oder zum Anfassen.

Klang·installationen

Bei Klang·installationen stehen Töne und Klänge im Mittel·punkt der Kunst.
Es geht um Klang im Raum.

Migration

Migration bedeutet:
Menschen verlassen ihre Heimat.
Sie leben an einem anderen Ort.
Nicht nur für eine kurze Zeit.
Sondern auf Dauer.

Performance

Performanceist Englisch.
So spricht man das Wort aus: Pör·for·menns.

Eine Performance ist Aktions·kunst.
Man kann auch sagen:
Es ist eine Aufführung.
Es wird etwas gezeigt.
Auf einer Bühne.
In einem Museum.
Im Freien.
Performances gibt es an vielen verschiedenen Orten.

Bei einer Performance geht es um eine Beziehung zwischen Raum und Zeit.
Und zwischen Künstler*in und den Zuschauer*innen.

Rabbiner*in

Ein Rabbiner ist ein Priester in einer jüdischen Gemeinde.
Er leitet in der Gemeinde jüdische Gottes·dienste.
Er liest aus der Tora.
Also aus der wichtigsten Schrift des jüdischen Glaubens.
Und er ist Lehrer für jüdische Gesetze und Bräuche.

Schoa

Die Schoa war ein Völker·mord.
Die National·sozialisten haben ganz genau geplant:
Wie können sie verschiedene Volks·gruppen in Europa ermorden?
Solche Volks·gruppen waren zum Beispiel:
Juden und Jüdinnen.
Oder Sinti und Roma.

Für den National-Sozialismus waren alle diese Menschen nicht wertvoll.
Der National-Sozialismus war eine politische Richtung unter Adolf Hitler.
In den Jahren 1933 bis 1945.

Sephardisch

Sephardische Juden und Jüdinnen bedeutet:
Ihre Vorfahren lebten vor langer Zeit in Spanien und Portugal.
Im Mittel·alter wurden sie vertrieben. 
Sie flohen in das Osmanische Reich.
Also nach Nord·afrika und in andere Länder.

Sinti und Roma

Sinti und Roma ist der Name für eine Gruppe von Menschen.
Ihre Vorfahren kommen aus Indien.
Sie leben schon seit 600 Jahren in Deutschland und Europa.
Sie haben ihre eigene Sprache: Romanes.
Sinti und Roma sind Worte aus dieser Sprache.
Ihre Kultur und Tradition sind ihnen wichtig.
Zum Beispiel:

  • ihre Musik
  • ihr Hand·werk und
  • das Erzählen von Geschichten.

Die National·sozialisten haben Sinti und Roma verfolgt. Und ermordet.
Nach 1945 sprach keiner über den Völker·mord der Sinti und Roma.
Das hat sich geändert.
Es ist wichtig, dass Menschen sich daran erinnern.

Skulptur

Eine Skulptur ist eine Figur aus einem festen Material.
Zum Beispiel aus Holz, Ton oder Metall.
Eine Skulptur ist nicht flach.
Man kann sie von allen Seiten ansehen.