München ganz orientalisch?

Wer denkt dieser Bierkrug sei ein bayerischer Versuch der gegenwärtigen Integrationsdebatte eine bestimmte Richtung zu geben, der täuscht sich. Dieser Krug stammt aus dem Jahr 1910, könnte aber auch 2010 ein hochaktuelles Objekt sein. Im Rahmen der Ausstellung „typisch! Klischees von Juden und Anderen“ beschäftigt sich das jüdische Museum nicht nur mit antisemitischen Vorurteilen sondern auch mit Stereotypen über den Orient.

So findet man in der „typisch!“- Ausstellung beispielsweise auch ein Kunstwerk der iranischen Künstlerin Shirin Neshat, die sich in ihrer Kunst insbesondere mit der Lage der Frauen in der muslimischen Welt auseinandersetzt.

Am kommenden Dienstag wird Dr. Andrea Lermer vom Institut für Kunstgeschichte zu Besuch sein und in ihrem Vortrag über die visuelle Vermittlung der Ausstellung „Meisterwerke muhammedanischer Kunst“ sprechen.

Dabei wird es um die 1910 gezeigte Ausstellung gehen, die bis heute die umfangreichste Ausstellung islamischer Kunst war, welche je in Europa gezeigt wurde.

Frau Lermers Recherchen flossen übrigens auch in die Ausstellung „Zukunft der tradition – tradition der zukunft“ ein, die gegenwärtig im Haus der Kunst zu sehen ist und direkt an die 1910 stattgefundene Ausstellung anknüpft.

Wer also in München momentan wirklich etwas über den Orient erfahren will, kann ins Museum gehen. Ganz einfach!

„Meisterwerke muhammedanischer Kunst“

Dr. Andrea Lermer im Jüdischen Museum

Dienstag 19 Uhr, Eintritt 6 €, ermäßigt 3 €

Bilder: Münchner Stadtmuseum

Foto: © Münchner Stadtmuseum

3 thoughts on “München ganz orientalisch?

  1. So einen Orientalischen Münchener Kindl Krug habe ich noch nie gesehen,Als Krugsammler . Wer ist der Hersteller dieses Oriental Münchner Kindl Kruges und wer ist der/die disigner?

    Danke. Grüsse aus Florida George

  2. Lieber Georg Schamberg,
    vielen Dank für das Interesse! Der Bierkrug „Ausstellung München 1910“ (Gestaltung: Fa. J.Reinemann, München; Entwurf: Otto Obermeier, München) war dem Thema „Meisterwerke muhammedanischer Kunst – Musik – Feste“ gewidmet, weshalb das Münchner Kindl einen Fez trägt und eine Wasserpfeife raucht.
    Viele Grüße aus dem Jüdischen Museum München,
    Lilian Harlander (Kuratorin der Ausstellung)

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