„Dem Jüdischen Museum zugeeignet“

Ausstellung über Schenkungen der letzten fünf Jahre und ein neu gestalteter Studienraum

Seit der Eröffnung des Jüdischen Museums München hat sich – neben der Dauerausstellung und den großen Themenausstellungen – ein weiteres Ausstellungsformat in unserem Studienraum entwickelt. Kleine, aber feine Präsentationen werfen Schlaglichter auf Themen und Objekte, die unsere großen Ausstellungsräume nicht füllen würden, die wir aber dennoch für so wichtig halten, dass wir sie unseren Besucherinnen und Besuchern nicht vorenthalten wollen.

Pessach im Perlacher Forst

Vor drei Wochen hatte das Jüdische Museum München Besuch aus den USA: Rabbi David Lapp, der in den 1960er Jahren als Militärrabbiner der US-Army in München stationiert war, kam aus New Jersey, um unserer Sammlung seinen transportablen Tora-Schrein, den er auch in München verwendet hatte, zu übergeben und in einem Vortrag über seine Zeit in München zu erzählen. Wir haben hier darüber berichtet.

SZ: „Handlungsreisender in Sachen Seele“

David Lapp war in den Sechzigerjahren in München Militärrabbiner der US-Army. Anlässlich der Schenkung seines mobilen Thoraschreins an die Stadt München hat sich der gebürtige New Yorker im Foyer unseres Museums an diese Zeit erinnert – Eva-Elisabeth Fischer war dabei und berichtet heute in der SZ von dem Abend.

„Betrifft: Ehemaliger Judenbesitz“

Am Anfang stand ein Aktenfund im Münchner Stadtmuseum: Dort wurde vor fünf Jahren eine umfangreiche Akte mit der lapidaren Aufschrift „Betrifft: Ehemaliger Judenbesitz“ gefunden. Auf über 500 Seiten ist darin detailliert die Beschlagnahme von über 70 Münchner jüdischen Kunstsammlungen zwischen November 1938 und März 1939 dokumentiert.

Kleine Kärtchen erzählen große Geschichten

Viele der Objekte in unserer aktuellen Wechselausstellung Juden 45/90. Von da und dort – Überlebende aus Osteuropa erzählen persönliche Geschichten von jüdischen Überlebenden, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Displaced Persons (DPs) in sogenannten DP-Lagern in München und Umgebung eine vorläufige Heimat fanden.

Anderswo (9) – EIN GEWISSES JÜDISCHES ETWAS

An einem heißen Sommertag 2008 sah man am Münchner St.-Jakobs-Platz über 100 Menschen mit Plastiktüten, großen Kartons, Mappen und in Wellpappe verpackten Gemälden. Ihr Ziel war das Jüdische Museum München.

München ganz orientalisch?

Wer denkt dieser Bierkrug sei ein bayerischer Versuch der gegenwärtigen Integrationsdebatte eine bestimmte Richtung zu geben, der täuscht sich. Dieser Krug stammt aus dem Jahr 1910, könnte aber auch 2010 ein hochaktuelles Objekt sein. Im Rahmen der Ausstellung „typisch! Klischees von Juden und Anderen“ beschäftigt sich das jüdische Museum nicht nur mit antisemitischen Vorurteilen sondern auch mit Stereotypen über den Orient.

Jüdische Feiertage (1): Pessach – Seder-Teller

Dieser Teller für die symbolischen Speisen, die während des Seder („Ordnung“) beim Pessach-Fest gegessen werden, ist wohl der Prototyp eines später in größerer Anzahl in der kunstgewerblichen Werkstätte Heinrich Schwed in München produzierten Tellers. In der Mitte des Tellers ist ein Stück ungesäuertes Brot für Pessach (Mazza) abgebildet, umlaufend der Schriftzug „Das ist das Brot der Bedrängnis, das unsere Väter in Ägypten gegessen haben“ und darüber „Für Pessach“ und weitere auf Pessach bezogene Inschriften. Die Darstellungen zeigen Moses, David sowie die „Vier Söhne“ aus der Pessach-Haggada.